Das Dringlichste im Sterbefall

ist es erst einmal sich von nichts und Niemandem unter Druck setzen zu lassen! Sie müssen in dieser Situation keinen „guten Eindruck“ machen. Sie dürfen trauern. Damit Ihnen das etwas leichter fällt haben wir hier eine Reihe von Tipps zusammengestellt, die Ihnen in dieser schweren Zeit vielleicht als Leitfaden dienen kann. Die Liste ist bestimmt nicht vollständig aber gibt eine grobe Richting vor.

Lassen Sie sich vom Hausarzt oder dem Krankenhaus den Totenschein ausstellen lassen. Er enthält Todesursache und Todeszeitpunkt und ist für die Sterbeurkunde (vom Standesamt) notwendig. Bei Selbsttötung oder ungeklärtem Unfalltod muss die Polizei informiert werden.

Wenn der Todesfall im Krankenhaus eintrat denken Sie bitte an das persönliche Habe der/ des Verstorbenen in Nachtkästchen und Schränken.

Benachrichtigen Sie die nächsten Angehörigen um die weiteren Schritte zu besprechen und Aufgabeb zu verteilen. Wenn es weitere Angehörige gibt müssen Sie das alles nicht alleine meistern. Nehmen Sie sich ruhig auch das Recht etwas nicht zu schaffen und geben Sie ab, lassen Sie los.

Sammeln Sie die wichtigsten Unterlagen des/der Verstorbenen: Personalausweis, Pass, Familienstammbuch für Geburtsurkunde, Heiratsurkunde

Suchen Sie das Testament und etwaige weiteren Verfügungen wie die Art der Beisetzung/ Trauerfeier, Vorsorgevertrag mit Beerdigungsinstitut, etwaige Organspende

Informieren Sie den Pfarrer, wenn Sie eine Aussegnung wünschen.

Wenden Sie sich an ihren Arbeitgeber um zu klären, ob und wieviel Sonderurlaub Sie in diesem Fall bekommen; Beantragen Sie Sonderurlaub für die Beerdigung und unter Umständen noch ein paar Tage im Anschluß.

Wenn es sich um den Todesfall einer alleinstehenden Person handelt:
Elektrogeräte ausschalten und Stecker ziehen, damit sie keinen (Standby-) Strom verbrauchen.

◦    drehen Sie Wasser und Heizung (auf *) in der Wohnung ab.
◦    Kühlschrank und Spülmaschine leeren, ausschalten und offen(!) stehen lassen.
◦    Verdorbene oder abgelaufene Lebensmittel entsorgen, verderbliche Lebensmittel einer baldigen Verwendung zuführen.
◦    Müll aus dem Haus bringen.
◦    Feuchte Wäsche zum Trocknen aufhängen, schmutzige Wäsche waschen oder entsorgen.
◦    Pflanzen versorgen und in andere Hände geben.

Falls ein Haustier vorhanden ist, sorgen Sie durch Nachbarn/ Tierheim, daß das Tier erst einmal versorgt ist.

Sofern es nicht von dem/ der Verstorbenen bereits geregelt wurde suchen Sie einen Bestatter ihres Vertrauens. Für das Gespräch beim Bestatter sollten Sie einen nicht unmittelbar Betroffenen an Ihrer Seite haben, um emotional nicht ausgenutzt zu werden. Folgende Punkte sind zu klären:

– Bestattungstermin ( in Absprache mit dem Pfarrer). Wenn Sie nicht möchten, daß alle Welt erscheint verlegen Sie die Trauerfeier auf einen Werktag vormittags. Wenn Sie die Beisetzung nur im engsten Kreis der Familie wünschen, dann nennen Sie keinen Ort & Termin für die Beerdigung auf der Anzeige, sondern schreiben nur: Die Beisetzung wird im engsten Kreis der Familie stattfinden. Sollten Sie hinterher eine Feier in einem Restaurant/ Gasthof halten wollen, müssten Sie den Bestattungstermin in Absprache mit den freien Kapazitäten des Lokals ihrer Wahl treffen.

– Art der Bestattung (Erdbestattung, Feuerbestattung oder Wasserbestattung)

– Ablauf der Trauerfeier

– Fragen Sie bei der Auswahl des Sarges, der Urne ruhig nach den Preisen – das ist nicht pietätlos!!

– Wenn es eine Anzeige in der Zeitung geben soll:

– Wahl der Zeitung, des Textes & des Trauerspruches
Achtung: Wenn Sie Zeit & Ort der Beerdigung öffentlich machen sollte jemand am Tag der Beerdigung auf ihr Haus/ Wohnung und das des Verstorbenen aufpassen.

– Anzeigen an Freunde und Verwandte (hier wird meist der Text aus der Zeitungsanzeige übernommen)

– Wenn Sie gerne eine Spende anstelle von Kränzen und Blumen hätten brauchen Sie den vollständigen Namen der Organisation, die Bankverbindung und ein „Kennwort“. Darunter können Sie später ermitteln wieviel wirklich gespendet wurde und können den Betrag u.U. später noch Aufrunden. Sie können auch die Kollekte der kirchlichen Trauerfeier dieser Organisation zuführen. Das müssen Sie dann mit ihrem Geistlichen besprechen

– Benachrichtigen Sie das Standesamt, in dessen Einzugsgebiet der Todesfall eintrat. Folgende Unterlagen brauchen Sie: Personalausweis des/der Verstorbenen, Totenschein, Geburtsurkunde, Familienstammbuch.
 Das Standesamt stellt die Sterbeurkunde und Kopien von ihr aus. Für die Rentenversicherung(en) und Pensionskassen (Betriebsrente oder Zusatzversicherung) gibt es spezielle Exemplare der Sterbeurkunde.

– Wenn eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen wurde, müssen Sie die Auszahlung nun beantragen.

– Sammeln Sie mit allen Hinterbliebenen die wichtigsten Adressen für die Todesanzeige. Nutzen Sie gemeinsam die Zeit, die der Drucker für die Anzeige braucht, um bereits die Umschläge zu adressieren und zu frankieren. Nutzen Sie die Zeit des gemeinsamen Adressen schreibens um miteinander zu trauern. Sprechen Sie über Ihre Sorgen und Ängste.

– kontrollieren Sie den Terminkalender des/ der Verstorbenen und sagen Sie Termine ab (Arzt, Zahnarzt, Krankengymnastik, Friseur, Vereinssitzungen usw.).

– Suchen Sie nach den Passwörtern aller Online Aktivitäten (Facebook, social networks etc.) des/ der Verstorbenen und löschen Sie gegebenenfalls alle Konten

– Überprüfen Sie die Daueraufträge bei der Bank: Zweck, Betrag, nächster Ausführungstermin. Einge Daueraufträge müssen geändert werden, andere müssen gelöscht werden. Vor dem Löschen aber notieren, was an wen gezahlt wurde (Name, Konto, BLZ), und wann die jeweils letzte Zahlung erfolgte!
Überprüfen Sie auch, was in den letzten Monaten vom Konto des Verstorbenen abgebucht wurde. Informieren Sie die Abbucher über den Todesfall, darüber, dass keine weiteren Abbuchungen akzeptiert werden, und dass Zahlungen allenfalls gegen Rechnung erfolgen. Lassen Sie sich von der Bank über sämtliche Konten des/ der Verstorbenen aufklären um Sie dann zu schließen. Achtung dieses können Sie nur mit einem Erbschein. Den bekommen Sie vom Nachlassgericht, wenn dort das Testament eingereicht wurde. Fordern Sie von allen Konten zur Sicherheit einen Jahresauszug an. Gab es ein Schließfach? Dann leeren Sie dieses nur mit einem Zeugen. Dokumentieren Sie alles was Sie aus diesem Schließfach genommen haben. Machen Sie für den Zeugen eine Kopie. Original & Kopie müssen von Ihnen & dem Zeugen unterschrieben werden.

Sammeln Sie alle mit dem Sterbefall zusammenhängenden Unterlagen, Rechnungen und Quittungen! Vieles davon wird später noch gebraucht.

Suchen Sie alle Zuzahlungs Belege des Verstorbenen  für Arzneimitteln, Krankentransport etc. Wenn es eine bevorzugte Apotheke ( wenn dort Käufe registriert werden) gab, kann man sich dort eine Liste der  gekauften Arzneimittel ausdrucken lassen. Aus den Belegen erstellen Sie a) eine Gesamtliste für’s Finanzamt und b) eine Liste nur mit den Zuzahlungen für die Krankenkasse. Sollten die Beträge 2% oder bei chronisch Kranken 1% der Einkünfte übersteigen, kann man den überzahlten Betrag bei der Krankenkasse beantragen. ACHTUNG! Die Krankenkasse will immer Orginalbelege – Sie müssen sich also für das Finanzamt und zu Ihrer Sicherheit Kopien machen. Geben Sie keine Originale raus, ohne sich davon Kopien gemacht zu haben.

In der Einkommensteuer-Erklärung des/ der Verstorbenen werden diese Unterlagen für den Punkt „Außergewöhnliche Belastungen“ benötigt.

– kostenpflichtig ausgeliehene Sachen aus Bibliotheken, Videotheken etc zurückgeben, damit keine weiteren Kosten entstehen

– Abonnements kündigen. Kontrollieren Sie zur Sicherheit auch noch einmal das Portemonnaie des/ der Verstorbenen dort finden sich oft die „Abo Karten“

Folgende Institutionen müssen Sie benachrichtigen:

– Arbeitgeber des/ der Toten. Eventuell bestehen Rentenansprüche gegenüber der betrieblichen Unfallversicherung oder der Berufsgenossenschaft. Die Gehaltsabrechnung klären, noch offene Urlaubstage auszahlen lassen.

– Deutsche Rentenversicherung: Beantragen Sie Übergangsgeld für die Witwen/ Witwerrente uU die (Halb)waisenrente.
Wenn entsprechende Ansprüche bestehen, weitere Renten beantragen z. B.:
◦    Renten aus Zusatzversicherungen (öffentlicher oder kirchlicher Dienst),
◦    Zahlung aus Pensionsfonds früherer Arbeitgeber (betriebliche Altersvorsorge),
◦    Riester-Rente, Rürup-Rente,
◦    Rente von der „Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See“, falls der Verstorbene bei Bergbau, Bahn oder Seefahrt angestellt oder tätig war.

– Lebensversicherung(en) um die Auszahlung und ggf. das Sterbegeld zu beantragen
ggf. Unfalversicherung

– Arbeitsamt, wenn der/ die Verstorbene Hartz IV Empgänger war

– Bundesverwaltungsamt, wenn noch ein BAföG-Darlehen zurückgezahlt wird. Die Restschuld erlischt nach  § 18 Abs. 5c BAföG. Wenn ein Elternteil oder Geschwister eines BAföG-Empfängers gestorben ist, muss auch rasch gehandelt werden, da sie BAföG-Zahlungen ab dem Sterbemonat bzw. dem Folgemonat neu festgelegt werden .

– Krankenkasse/Krankenversicherung: Sie müssen den/ die Verstorbene abmelden; notieren Sie sich zur Sicherheit die Krankenversicherungsnummer und die Telefonnummer der Krankenkassen.
 Wurden die Krankenkassenbeiträge des Verstorbenen von Lohn oder Rente abgezogen, oder wurde direkt gezahlt? In letzterem Fall müssen eventuell noch Beiträge für den Todesmonat gezahlt werden. Bei Überzahlung kann es zu Rückzahlung kommen.
War jemand beim Verstorbenen  „familienversichert“ ? Dann müssen sie sich jetzt selbst bei der Krankenkasse anmelden.

– Pflegeversicherung, wenn Leistungen dort bezogen wurden.

– KFZ Versicherung/ Zulassungsstelle wenn es eine Fahrzeug gab. Melde Sie es ab bzw. um.

Versicherungen aller Art. Sie müssen nach den Policen forschen bzw. notfalls über den Jahres Kontoauszug ermitteln, welche Versicherungen abgeschlossen waren, um diese zu kündigen.

Haushaltshilfe kündigen, falls es eine solche gab. Die Endabrechnung an die Bundesknappschaft weiterreichen.

Nachlass regeln
Sollte die/der Verstorbene zu Hause ein Testament aufbewahrt haben, ist dies dem
Nachlassgericht zu überbringen. Wenn Sie keines finden können fragen Sie doch den Familien Notar/ Anwalt ob dort u.U. eines hinterlegt ist.
Ist kein anerkanntes Testament vorhanden, gelten die gesetzlichen Regelungen der Erbfolge. Mit der Vorlage einer Sterbeurkunde kann beim zuständigen Nachlassgericht
ein Erbschein beantragt werden. Der Erbschein ermöglicht den Zugriff auf Konten und
Versicherungen des Verstorbenen. Bei Erbengemeinschaften sollte eine Liste der zu
verteilenden Gegenstände erstellt werden.

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